Live-Podcast: Kurze Wege, starke Zentren – wie neue Medizin im Alltag ankommt

Shownotes

Nachdem im ersten Gespräch mit Udo Lavendel die Vision hinter dem Dreiland-Klinikum im Mittelpunkt stand, geht es im zweiten Gespräch um die Frage, wie diese Vision im Alltag funktionieren soll.

Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer, Klinischer Geschäftsführer, zeigt am Zentrum für Bewegungsmedizin, warum gerade Erkrankungen von Knochen, Muskeln und Bewegungsapparat ein gutes Beispiel für die neue Struktur sind: Patientinnen und Patienten sollen nicht mehr allein durch das System navigieren müssen, sondern in einer Einheit aus medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Fachbereichen begleitet werden.

Im Zentrum steht der Wechsel von klassischem Abteilungsdenken hin zu klaren Patientenpfaden und Organzentren. Orthopädie, Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Pflege, Therapie und weitere Fachbereiche sollen enger abgestimmt arbeiten, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden, Diagnostik zu beschleunigen und Behandlungen besser aufeinander abzustimmen. Dabei geht es nicht darum, Patientinnen und Patienten möglichst schnell „loszuwerden“, sondern sie so gut wie möglich durch den Aufenthalt zu begleiten und sicher wieder in die Selbstständigkeit oder nach Hause zu bringen.

Auch Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle: Informationen sollen dort verfügbar sein, wo sie gebraucht werden – für Ärztinnen und Ärzte, Pflege, Therapie und weitere Beteiligte. Dr. Steinmeyer-Bauer macht außerdem deutlich, dass moderne Medizin Teamarbeit ist: Pflege und Therapie sind keine bloßen Zuarbeiter, sondern eigenständige, hochkompetente Bereiche, die wesentlich zum Behandlungserfolg beitragen.

So wird sichtbar, was das neue Versorgungskonzept für Patientinnen und Patienten konkret bedeuten kann: ein Ansprechpartner, weniger Brüche im System, klare Abläufe, kurze Wege und eine Medizin, die den Menschen gesamthaft betrachtet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ein herzliches Willkommen.

00:00:01: Schön, dass Sie hier sind jetzt beim zweiten Live-Podcast heute schon im Dreiland-Klinikum Gesundheitscampus und wir sind von Region in Blick.

00:00:09: genauer gesagt ist es das Podcastformat von Region im Blick nämlich Region in Blikontour.

00:00:14: ja Wir geben den Menschen hier in der Region eine Bühne Heute natürlich eine ganz besondere Bühnen.

00:00:19: Im ersten Gespräch haben wir schon mal ein bisschen auf die Vision geguckt.

00:00:22: Was steckt denn eigentlich hinter dem Konzept?

00:00:24: Dreilands Klinikum hier Gesundheits Campus.

00:00:27: was bedeutet es konkret für die Menschen hier vor?

00:00:29: Was wird vielleicht auch für mich als Patientin, als Patient?

00:00:32: besser.

00:00:33: Was

00:00:34: bedeutet Digitalisierung in diesem ganzen Kontext auch von moderner Medizin, Medizin der Zukunft?

00:00:39: Und jetzt steigen wir ein mit unserem nächsten Gast hier bei Regionenblick und Tour.

00:00:43: Wir haben nämlich den Herrn Dr.

00:00:45: Klaus Steinmeier-Bauer hier.

00:00:46: Schönen guten Tag an dieser Stelle!

00:00:48: Ja vielen Dank.

00:00:49: Guten Tag auf meiner Seite.

00:00:50: Danke dass Sie hier unser Gast sind.

00:00:52: Danke das sie uns hier live zuhören.

00:00:54: vielleicht für alle die sich jetzt wundern was soll es hier?

00:00:56: also ist nicht das Klinikum Radio was hier heute stattfindet sondern tatsächlich einen Live Podcast.

00:01:01: Das heißt Sie haben die Ehre, nicht nur Podcast der zu Hause vielleicht auf dem Sofa im Ort zu haben sondern jetzt hier live wie vielleicht auch ein Live-Podcast funktioniert zu erleben.

00:01:11: und dann steigen wir doch einmal mal einen in das zweite Gespräch.

00:01:14: Im ersten Podcast haben wir darüber gesprochen welche Vision hinter dem Dreilandklinikum steckt.

00:01:19: Jetzt gehen wir einen Schritt weiter.

00:01:21: Wie sieht die neue Medizin eigentlich ganz konkret im Alltag aus?

00:01:26: Ich bin Daniela Hebel

00:01:27: Ja und mein Name ist Adrian Hofmann.

00:01:29: Ich habe es schon angedeutet im Intro, wir werden jetzt einfach mal genauer dahinter schauen was wir schon in ersten Gespräche besprochen haben nämlich an welchem Punkt sich entscheidet ob eben diese Vision von der wir hier auch alle sprechen wirklich funktioniert im echten Leben also wirklich im Zusammenspiel der einzelnen Fachbereiche.

00:01:45: da werden darüber sprechen in der Organisation auch vor Ort und letztendlich natürlich auch in den Erfahrungen dann auch der Menschen die eben hier behandelt werden.

00:01:53: ja wer schon einmal medizinische Hilfe gebraucht hat weiß oft ist der Weg durch das Gesundheitssystem alles andere als einfach.

00:02:00: Wer medizinische Hilfe braucht, wünscht sich vor allem eines eine Behandlung bei der alles gut ineinander greift.

00:02:07: Ja, und ich denke die entscheidende Frage, die wir auch hier wieder stellen.

00:02:09: Was kommt denn eigentlich am Ende vom Tag bei den Patientinnen und Patienten konkret an?

00:02:14: Und ich denke gerade bei komplexeren Erkrankungen vielleicht kennen Sie das alle oder haben auch schon im Umfeld Erfahrung gemacht zum Beispiel wenn wir etwas ein Bewegungsapparat haben erleben grad viele Patientinnen- und Patienten ja noch immer gewisse Brüche sage ich mal zwischen Diagnose Therapie und der Nachsorge.

00:02:30: ja und hier wie sieht es aus?

00:02:36: das genau hier ansetzt.

00:02:38: Nämlich eins mit kurzen Wegen, wir haben eine enge Zusammenarbeit und auch einen klaren Fokus eben auf Patientinnen und Patienten interdisziplinär vernetzt so viel können wir schon sagen und auch den klaren fokus auf dem gesamten Behandlungsprozess

00:02:51: Wie das konkret funktioniert.

00:02:52: schauen wir uns heute an einem Beispiel des Zentrums für Bewegungsmedizin.

00:02:57: Genau, wie sieht das konkret aus?

00:02:58: Das wollen wir wissen hier im Gespräch mit Ihnen nämlich zum Beispiel vom ersten Weg ja vom Arztbesuch bis hin zur Behandlung.

00:03:05: Wir möchten natürlich wissen von Ihnen Herr Dr.

00:03:07: Glaus Steinmeier-Bauer, nämlich wir wollen mehr Wissen rund um das Thema Bewegungszentrum.

00:03:11: Herzlich willkommen Dr.

00:03:12: Steinmeyer Bauer auch von mir.

00:03:14: Sie arbeiten tagtäglich an der Schnittstelle zwischen Diagnosquik, Therapie und Nachsorge.

00:03:20: Warum eignet sich gerade das Zentrum für Bewegungsmedizin so gut um das neue medizinische Konzept zu erklären?

00:03:27: Also ich denke dass wir im Wegensapparat alles was mit Knochenmuskeln usw.

00:03:33: zu tun hat eine ganze große Gruppe von Patienten ansprechen, beispielsweise ich habe Rückenschmerzen.

00:03:39: Damit kommt man vielleicht zum Hausarzt, vielleicht kommt man auch zum Orthopäden oder man geht zuerst zum Physiotherapeutin.

00:03:45: Das ist im Moment alles.

00:03:47: das steuert der Patient hauptsächlich selber und wir möchten mit der Zusammenlegung aller medizinischen pflegerischen therapeutischen Fachbereich- und Fachexperten in diesem Bereich der Knochen- und Muskelerkrankungen den Patienten eine Einheit bieten, wo er hingeht.

00:04:06: Wo die Kolleginnen und Kollegen dann interdisziplinär zusammenarbeiten so dass der Patient selber nicht mehr alleine durch das System navigieren muss.

00:04:15: Sie haben jetzt gerade schon angesprochen Beispielsweise diese Reibungsverluste, die ja da sind wenn eben diese Sachen nicht ineinander greifen.

00:04:22: Wo würden Sie sagen oder wo haben sie auch aus Ihrer Erfahrung bemerkt?

00:04:25: Wo heute noch Reibung Verluste stattfinden gerade in den Bereichen und vor allen Dingen wie löst jetzt dieses neue Konzept hier vor Ort genau dieses Problem?

00:04:32: Ja es gibt aus meiner Sicht zwei Bereiche.

00:04:35: das ist der wo es Reibungen Verluster geben kann.

00:04:38: Das ist einmal die Abgrenzung zwischen ambulanter und stationär Medizin Und so ehrlich muss ich dann auch als stationär tätiger Mediziner sein.

00:04:47: Die Reibungsverluste, die es zwischen den einzelnen medizinischen Fachabteilungen gibt.

00:04:52: Historisch gewachsen gibt das Fachabteilung, da gibt's die Unfachungen, da gibts die Autopäden, da gebts die Wirksäulenchirurgen, gibt sie Internisten usw.

00:05:00: und jetzt ist es so dass sich die Medizin zum einen weiterentwickelt hat.

00:05:07: Kein Professor bringt man mehr, der am Morgen einen Knochenbruch im OP versorgt und am Nachmittag dann ein Blutdruck einstellt.

00:05:15: Und sich vielleicht noch zu den Patienten hinsetzt und die familiäre Situation bespricht.

00:05:21: Wir haben Spezialisten, die wirklich ganz tiefes Know-how haben.

00:05:28: Unsere Aufgabe ist es diese Spezialist so zu koordinieren dass sie bei dem spezifischen Krankheitsbild welches der Patient uns darbietet, optimal zusammenwirken.

00:05:39: Das heißt den generalistischen Ansatz aus der Historie übertragen auf die moderne Medizin wo wir wissen das nicht mehr ein Kollege eine Kollegin alles weiß sondern dass wir Teams zusammenschreißen müssen speziell auf Krankheitsbilder speziell für Patienten.

00:05:56: Das heisst wir bauen unsere Zentren definiert um den Patienten, um die Krankheitsbilder herum und lassen den Patienten nicht alleine über diese oder durch diese Fachabteilung navigieren.

00:06:08: Also geht es quasi wenig um die Frage, welche Abteilung ist jetzt zuständig?

00:06:12: Sondern was braucht der Mensch in dem Falle konkret als nächsten Schritt?

00:06:16: Was würden Sie sagen, ist so in dieser Struktur, in der Arbeitsstruktur der wesentlichen Unterschied zu diesen klassischen Prozessen wie sie eben zuvor waren?

00:06:24: Also zunächst mal geht wieder... Man muss die Kollege und Kollegen Die muss nur einen kleinen Anschub geben.

00:06:31: Also interdiszipliniert Zusammenarbeit, das kennt man im Krankenhaus eigentlich von je her, dass wir es tatsächlich strukturiert machen und um Krankheitsbilder herumstrukturieren in Sinne von Fallkonferenzen gemeinsam Sprechstunden und gemeinsam abgestimmten Behandlungspfaden.

00:06:50: Das ist jetzt allerdings bei uns neu.

00:06:52: D.h.,

00:06:52: wir überführen das Ganze in eine wirklich... Von vorne her gedachte Struktur und reagieren nicht auf einen Einzelpatienten.

00:07:00: Gucken wir doch mal zusammen in das Konzept der Organzentren, die wird es ja hier auch geben.

00:07:04: Was sagen Sie jetzt aus Ihrer Erfahrung Herr Dr.

00:07:07: Steinmeier-Bauer?

00:07:08: Wie arbeiten künftig eben beispielsweise Abteilungen wie Orthobedie, Unfallchirurgie war schon von Ihnen angesprochen, Wirbelzollenschirurgien konkret zusammen?

00:07:16: also was versteht man auch beim Organzentrum unter diesem interdisziplinären Ansatz

00:07:21: Darmzentrum oder Bauchdarmzentren, wie bei allen anderen Zentren auch werden Fälle mit unterschiedlichen Fachabteilungen und unterschiedlichen Professionen gemeinsam besprochen.

00:07:33: in Fallkonferenzen individuell.

00:07:35: Und es wird vorher für sich Gedanken gemacht, welche Erkrankungen kommen denn in meinem Fachgebiet?

00:07:40: In unserem Fachgebieten muss man ja ehrlicherweise sagen am häufigsten vor also im Bereich des auch Darmzentrums beispielsweise.

00:07:49: ich habe einen Patienten der kommt mit Unterbauchschmerzen.

00:07:52: das kann eine einfache Virusinfektion sein Das kann eine Entzündung des Dickdarms sein das kann aber auch ein Tumor sein und je nachdem wie die Diagnostik dann verläuft gibt es unterschiedliche Fachabteilungen, die ich hinterher tätig werden müssen.

00:08:07: Das heißt wir setzen uns im Vorfeld hin und sagen da kommt ein Patient mit Unterbauchschmerzen und dann überlegt man gemeinsam im Vorfeld welches ist der sinnvolle nächste diagnostische Schritt?

00:08:18: So werden wir Doppeluntersuchen vermeiden Wir werden die Untersuchung und die Diagnostik schneller laufen lassen und während den Patienten schneller in die entsprechend notwendige Therapie überführen können.

00:08:30: Warum verlieren klassische Abteilungsgrenzen an Bedeutung und was verändert sich dadurch in der Entscheidungsfindung für Behandlungen?

00:08:38: Das ist das, was ich eben gesagt habe.

00:08:41: Die Patienten verändern sich.

00:08:43: es ist so dass die Bevölkerung älter wird.

00:08:47: bei Elternpatienten gibt es mehr Nebenerkrankungen begleiterkrankungen sodass wir den Patienten immer gesamthaft mit betrachten müssen.

00:08:57: Das heißt, der eben genannte Patient beispielsweise mit dem Diktarmkarzinom hat vielleicht ein Hypertonus, er hat vielleicht einen Diabetes und vielleicht hat er sogar eine beginnende Demenz.

00:09:08: und alles das muss man mittlerweile berücksichtigen und dem Rechnung tragen damit der Patient möglichst gut durch den stationären Aufenthalt geleitet wird.

00:09:18: Berücksichtung finde ich jetzt ein spannendes Stichwort, weil ich denke Sie sind ja hier schon großer Komplex.

00:09:23: Hier sind viele Beteiligte, viele Spezialistinnen und Spezialisten.

00:09:26: Wie stellen sie jetzt sicher?

00:09:26: Dass eben genau diese Abstimmung beispielsweise wie läuft der Patient weiter was passiert, dass das auch wirklich funktioniert also dass sich sicher sein können okay die Wege gehen jetzt so weiter wie geplant

00:09:38: sind die eben schon angesprochen Patienten-Fahre.

00:09:40: Das heißt, wir definieren vorher bei welchen Symptomen welche Fachabteilung welche Diagnostik anlaufen lassen und wie dann die weiteren Schritte sind.

00:09:50: das nennt man auch Patientin fahre die gibt's schon lange.

00:09:53: aber dass zusammenführen mit mehren Fachabteilungen das ist bei uns hier neu Und wir richten dann auch gemeinsame Fallkonferenzen für spezifische Patienten ein.

00:10:04: In der Onkologie kennt man das schon lange und dieses Konzept, der gemeinsam Fallbesprechung wird ausgeweitet.

00:10:09: Das heißt die Spezialisten der einzelnen noch Fachkliniken setzen sich im Bereich des Zentrums zusammen und besprechen regelmäßig den diagnostischen Klimbehandlungsfortschritt jedes einzelnen Patienten und das nicht nur von Seiten der ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, sondern auch vom Seiten der Pflege- und der Therapeuten.

00:10:31: Wir sind heute im Jahr zwanzigweit weg davon dass wir die Pflege zum Beispiel oder die Therapie Einfach nur als Zuarbeiter für die Medizin sehen.

00:10:42: Das ist weit mehr, die Pflege, die Therapeuten – das sind akademische Fächer mittlerweile -, d.h.

00:10:48: auch dort sitzen hochkompetente Kolleginnen und Kollegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die genauso ihren Beitrag zum Patientenwohl leisten wie der ärztliche Seite.

00:10:59: Sie haben diese Patientenfade oder Wege schon angesprochen?

00:11:02: Vielleicht auch in Ihrem Kollegienkreis.

00:11:04: gab es da auch Widerstände hinsichtlich des neuen Konzeptes!

00:11:07: Ja, also ehrlicherweise natürlich gab es da Widerstände.

00:11:12: Das ist aber nicht nur bei uns hier im Dreiland-Klinikum so sondern auch in allen Einrichtungen die ich vorher tätig war.

00:11:18: Sobald Sie versuchen alte Strukturen zu ändern haben sie natürlich immer wieder dass sie an der einen oder anderen Stelle auf Widerstand stoßen was allerdings in der Medizin gut ist.

00:11:30: Sie können immer den Beweis antreten ob etwas besser oder schlechter ist Und wenn Sie hingehen und sagen, wir versuchen das jetzt einfach mal.

00:11:39: Und können beweisen, dass es nach drei Monaten, wenn man die einen solchen Patientenfahrt beispielsweise re-evaluiert, d.h.

00:11:46: schaut hat das funktioniert oder nicht was wir uns vorgenommen haben?

00:11:49: Dann sind wir bis jetzt immer an den Punkt gekommen, dass wir gesagt haben in der Rückschau die Patienten, die wir über diesen Patientenfahrten laufen lassen, die sind deutlich schneller durch unseren stationellen Aufenthalt gelaufen.

00:12:01: Die sind deutlich schneller in die Reha gegangen Selbstständiger wieder in ihre heimatliche Umgebung entlassen worden.

00:12:09: Und das überzeugt dann auch den kritischsten Arzt, die kritische Pflegekraft und den kritischen Therapeuten.

00:12:15: Dabei geht es ja nicht darum möglichst schnell jemanden loszuwerden sondern es geht ja wirklich darum die Person wieder eine schnelle Selbständigkeit

00:12:21: zu bringen.

00:12:22: Genau, also das sind zwei Sachen die man ein bisschen auseinanderhalten muss.

00:12:25: Natürlich ist es aus ökonomischer Sicht wünschenswert wenn man von oben guckt dass der Patient möglichst gering oder kurz im Krankenhausaufenthalt hat.

00:12:35: Wenn man das allerdings nicht sorgfältig macht d.h.

00:12:39: den Patienten zu früh entlässt hat man immer die Gefahr dass er wieder aufgenommen werden muss.

00:12:44: Das ist für den Patienten schlecht und auch fürs Krankenhaus schlecht.

00:12:47: Deshalb geht es nicht darum so schnell wie möglich sondern so gut wie möglich.

00:12:52: Und bei vielen Patienten ist es allerdings tatsächlich so, dass die Zeit schon mit eines der Qualitätskriterien ist weil sie können sich vorstellen nehmen wir den benannten Patienten mit der beginnenden Demenz.

00:13:05: wenn Sie einen Patienten mit einer beginnende Demenz aus seinem gewohnten Umfeld heraus holen dann wird sich dieses Demenz verschlimmern haben wir auch hier im Dreiland-Klinikum, richten wir uns darauf ein.

00:13:18: Wir haben Schulungsprogramme die wir alle durchlaufen, die sich darum drehen wie man Patienten mit Demenz helfen kann.

00:13:26: aber eines der übergreifenden Ziele ist es natürlich diesen Patient so schnell wie möglich für die heimatliche Umgebung da wo er sich auskennt zu bringen.

00:13:34: also einen Aspekt.

00:13:35: Der nächste Aspekt sind zum Beispiel Infektionen in dem Krankenhaus.

00:13:39: je länger ein Patient im Krankenhaus liegt das so Höher ist die Gefahr, dass er sich im Krankenhaus und da können Sie die Hygiene hundert Prozent einhalten.

00:13:48: Das ist einfach so.

00:13:49: der Mensch trägt die Keime in sich an eine Krankenhaushinfektion einfängt.

00:13:53: deshalb ist es ein weiter Punkt dafür den Patienten so schnell wie möglich wieder nach Hause zu entlassen.

00:13:59: Werfen wir doch nur noch einen Blick auf den konkreten Nutzen für die Patienten.

00:14:04: Was bedeutet dieses neue Versorgungssystem ganz konkret für Patienten und Patientinnen?

00:14:10: Was heißt im Klinikalltag eigentlich?

00:14:13: kurze Wege, können Sie das greifbar machen?

00:14:16: Ja also der Patient hat zukünftig ein Ansprechpartner so er muss nicht mehr selber entscheiden Gastroenterologen, also zum Internisten muss ich zum Visceralchirurgen und er ist nicht der Gefahr ausgesetzt dass er seine ganze Krankengeschichte zwei oder drei mal an unterschiedlichen Stellen erzählen muss.

00:14:38: Große Wege heißt für uns auch im Hinblick auf die Digitalisierung das wir die Informationen für den konkreten Patienten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die mit diesem Fall zu tun haben.

00:14:51: Also alle Unterschiedchen Ärzte Auch Darnzentrum der Visceralchirur, der Gastroenterologen sind die Pflegekräfte auf den Stationen verfügbar haben und dass der Patient nicht mehr seine Geschichte zwei oder dreimal erzählen muss.

00:15:05: Untersuchungen nicht zweit oder dreimal gemacht werden müssen und er kann sich darauf verlassen das die Informationen immer da vorliegen wo sie gerade gebraucht werden.

00:15:14: Das finde ich jetzt ein spannender Aspekt, wo ich gerne nochmal reingehen würde.

00:15:17: So in die Praxis.

00:15:18: das heißt zeitlich ist es natürlich auch eine enorme Ersparnis wenn diese Absprachen so sie haben vorhin schon gesagt die Behandlungsfahrene enger verzahnt sind.

00:15:26: was würden Sie sagen welche Zeit verstreicht zum Beispiel zwischen Diagnose und dann auch der wirklichen Behandlung?

00:15:32: wird es kürzer?

00:15:33: Wir bleiben einfach bei den Patienten aus dem Bauchdarm zu da wir nicht alles an Diagnostik im Vorfeld stationär machen sondern zum Teil angewiesen sind auf Vorbefunde und die Voruntersuchung der Niedergelassung, Kollegen.

00:15:47: Kann ich einteilen dieses Prozesses bisher nicht steuern?

00:15:51: Das hat immer noch zum großen Teil der Haushalts- oder Facharzt vor Ort und dann damit auch der Patient in der Hand.

00:15:58: aber auch da entwickeln wir uns weiter.

00:16:00: das heißt Patienten fahre werden zukünftig nicht mehr nur für uns im Krankenhaus gelten sondern Wir wissen als Unternehmen dass wir auch an der ambulanten Versorgung mitteiligen müssen bzw.

00:16:15: uns dort mehr in die Kooperation mit Haus- und Fachärzten begeben müssen.

00:16:20: Wir haben es eben im Vorpottkast schon angesprochen, uns fehlen momentan im Landkreis fünfunddreißig Hausärztliche Sitze

00:16:26: d.h.,

00:16:27: die Patienten von fünfund dreißig Haushands sind momentan nicht oder schlecht versorgt und dem müssen wir Rechnungen tragen.

00:16:34: D.h.

00:16:35: kommt ein Patient mit Bauchschmerzen Wer es zunächst mal etwas, was beim Hausarzt natürlich aufschlägt.

00:16:42: Dann wird der Hausarz, das häufig ist häufig, selten erst einmal.

00:16:47: Es wird eine Durchfallerkrankung sein.

00:16:49: Das dauert da länger und dann wird man schauen, dass vielleicht doch eine Darmerkrankung, die entzündlich ist für Nikroskopie machen, also eine endoskopische Untersuchung machen und wird dann daraufhin die weitere Therapie und auch das Überleiten ins Krankenhaus etablieren.

00:17:03: Und an dieser Schnittstelle werden wir uns auch zukünftig enger einbringen, sodass diese vorgelagerten Schritte auch deutlich schneller erfolgen und im Ganzen gesehen werden.

00:17:14: Da sind wir ja wieder beim nächsten Stichwort ambulant und stationär.

00:17:19: Wie wird sich der Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Versorgung verändern?

00:17:24: Wir haben im Moment ähnlich wie ich es eben bei den Fachabteilungen angesprochen habe zwei Blöcke.

00:17:29: Wir haben die stationäre Versorgung und die werden aus unterschiedlichen Töpfen finanziert.

00:17:35: Und die war bis dato nur schwierig durchgängig.

00:17:38: zukünftig muss das in einem also nicht mehr in diesem Silo denken, sondern im Fluss erfolgen.

00:17:44: Das heißt wir haben auf der technischen Seite schon Konzepte aufgesetzt Patientenportal Zuweisaportal wo Patienten und Zuweise uns ihre Befunde auf elektronisch gesicherten Wege alles Datenschutzkonform übermitteln können.

00:18:01: Hausärzte und auch Patienten können sich Termine bei uns in den Fachambulanzen buchen, sodass wir die Durchgängigkeit zwischen den einzelnen Toren ambulant und stationär deutlich erhöhen.

00:18:15: Und für die Zukunft?

00:18:17: Wir wissen dass eine ambulante Versorgung nur hier oben am Dreilandklinikum sicherlich nicht das ist was die Bevölkerung braucht.

00:18:26: Die Bevölkerung brauche eine ambulante Versorgung wohnortnah, das heißt nicht alles hier oben am Dreilandklinikum sondern wir müssen auch mit der ambulanten Versorgungen weiter in die Fläche gehen.

00:18:38: Medizin muss da hin wo der Mensch wohnt und zwar immer abgestuft indem etwas benötigt wird Das Einfache immer vor Ort und die Warte weg von vom Wohnort kommt, das so ein spezialisierter kann.

00:18:53: Und darf die Medizin dann sein?

00:18:55: Sie haben es jetzt vorher eigentlich schon angesprochen.

00:18:57: Thema auch Digitalisierung.

00:18:58: da war es jetzt auch noch mal im Austausch gerade ambulan stationär.

00:19:02: welche Rolle spielt darüber hinaus Sei es jetzt von Terminbuchung

00:19:05: etc.,

00:19:06: Digitalisierung noch?

00:19:07: Die Digitalisierung spielt die zentrale Rolle.

00:19:10: Ich habe es eben erwähnt, die Informationen über einen Patienten, über einen Fall, über seine kompletten Erkrankungen müssen zentral vorgehalten werden.

00:19:18: Das kann nicht passieren mit Formulan und drei Durchschlägen.

00:19:22: das muss digital erfolgen.

00:19:24: nur digital hab ich tatsächlich auf Knopfdruck wenn ich's brauche.

00:19:27: als Therapeut Medizinerpflegekraft habe ich die Information für diesen Patienten.

00:19:33: dann

00:19:35: Das sind wir schon beim Thema ganzheitliche Versorgung und der Versorgungsbedarf.

00:19:40: Wie wichtig ist die enge Verzahlung von Medizin, Pflege- und Therapie?

00:19:44: Welche weiteren Organzentren entstehen und was bedeutet das für die Versorgungen insgesamt?

00:19:50: Therapie und Pflege, ich hatte es eben schon erwähnt.

00:19:53: Es sind nicht nur einfach als Zuarbeiter für Ärzte und Ärztinnen sondern es sind eigenständige Entitäten mittlerweile die ihre eigene Fachkompetenz haben.

00:20:03: Ich glaube am besten oder im Plastischen sieht man's bei den Hebammen.

00:20:07: also Hebammen sind von jeher selbstständig gewesen, haben ihre eigenen Kammer und jeder junge Facharzt für Gynäkologie- und Geburtshilfe kann einer gestandenen Hebamme im Bereich der Geburt lange nicht das Wasserreich, weil die Hebamme macht das was der Geburtshilfe Helfer ab und zu macht.

00:20:26: Macht sie jeden Tag.

00:20:27: und ähnlich sieht es bei der Pflege aus.

00:20:29: so sieht's auch bei den Therapeuten aus und das ist der der Wechsel im Berufsbild.

00:20:34: Also deshalb bin ich auch sehr dafür, dass sich diese therapeutischen Berufe weiter akademisieren.

00:20:40: Aber diese Akademisierung darf nicht dazu führen, dass diese Berufsbilder von Krankenbett weg sich entwickelt, sondern die Akademisierung muss dem Patienten am Krankenbrett wieder dann zugutekommen.

00:20:52: Und auf die Frage, welche weiteren Organzentren wir etablieren?

00:20:58: Wir haben einen Organzentrum oder einen Zentrum was eigentlich schon läuft.

00:21:03: Das ist das Eltern-Kind-Zentrum mit Geburtshilfe und der Neonatologie und Pediatrie.

00:21:08: Und wir werden ein signifikantes Zentrum auch etablieren.

00:21:12: Und zwar ist es das Zentrum für Anästhesieintensiv-und Notfallmedizin in dem wir unsere Kliniken für Anässe sie und Intensivmedizin haben dann auch die zentrale Notaufnahme als eigenständige Klinik mit integrieren.

00:21:27: Das hat den Vorteil, dass wir von der Notfallmedizin her vom Notarztwesen, welches in Anästhesie angesiedelt ist über die zентrale notaufnahme den OP bis hin zur Intensivstation den gesamten akuten Notfallbereich abgebildet haben.

00:21:43: Das ist glaube ich etwas, was es so in Deutschland nicht oft gibt.

00:21:47: Wenn wir mal jetzt reingucken... Da sind wir uns alle einig auch vom demografischen Wandel.

00:21:51: Wir haben viele ältere Menschen, oftmals auch Menschen mit Nervacherkrankungen.

00:21:56: Sie haben es vorhin auch schon angesprochen zum Beispiel auch Demenz ist auf so einem Thema.

00:22:00: wie gehen sie davor?

00:22:01: Was verändert sich da gerade bei Älteren oder auch mehrfach erkrankten Menschen?

00:22:04: Dem tragen wir Rechnung.

00:22:08: Auf der einen Seite wählen wir ein Zentrum für Altersmedizin etablieren.

00:22:12: Das heißt, unser Klinik für Geriatrie arbeitet jetzt schon sehr eng mit dem Klinikum für Unfallchirurgie zusammen.

00:22:20: Das heisst Patientinnen und Patienten die gestürzt sind zu Hause und sich in Schenkelhals gebrochen haben.

00:22:27: Und aufgrund ihres Alters.

00:22:28: die entsprechenden Begleiterkrankungen werden dann nachdem sie von Unfallcherung operiert wurden sofort in die Geriatrie überführt, wissend dass sich der Geriater um diese Begleiterkrankungen deutlich besser kümmern kann als einen Unfallchirurg.

00:22:45: Der eigentlich dadurch das er die Hüfte jetzt wieder repariert hat in Anführungszeichen seine Fachkompetenz maximal ausgespielt hat und alles weitere übernimmt dann der Gerioter auf der einen Seite auch selber eine Fachkompetenz hat.

00:23:03: Diese Fachkompatenz liegt aber zum Großteil darin auszusteuern, welche anderen Fachabteilungen braucht denn der ältere Patient jetzt noch?

00:23:12: Braucht er ein Diabetologen, der den Diabetes nochmal neu einstellt, braucht er den Kardilogen, der die beginnende Herzinsuffizienz neu einstellen?

00:23:22: und darum kümmert sich dann der Geriater.

00:23:25: Und an dem Beispiel merken Sie schon unterschiedliche Kliniken unter Umständen auch mehreren Zentren zu ordnen, also die Unfallchirurgie ist auf der einen Seite Teil des Zentrums für Bewegungsmedizin.

00:23:37: Auf der anderen Seite aber auch Teil des Zentrums Für Altersmedizin, dem die Altastarmatologie dort mit abgebildet wird.

00:23:45: das heißt diese Zentren sind alles andere als statische Konstrukte.

00:23:50: sie werden wie eben schon gesagt um die Krankheitsbilder, um die Patienten herumgebaut und nicht umgekehrt.

00:23:57: Der Patient muss sich nicht unseren Fachabteilungen anpassen.

00:24:00: Welche medizinischen Innovationen werden dadurch möglich?

00:24:03: Ich glaube das ist das was wir eben so gesagt haben die ganzheitliche Betrachtung des Patienten der Patientin und die schnelle Verfügbarkeit sende Informationen an einem Ort.

00:24:16: dann wenn es notwendig ist schon eine Weiterentwicklung in der Medizin, die glaube ich dazu beiträgt sich den Herausforderungen der äther werdenden Bevölkerung und der Fortschritte in der medizin.

00:24:34: Und letztendlich auch das Fachkräftemangels zu stellen

00:24:36: Ganz klar.

00:24:37: Es hat mir im ersten Gespräch schon angesprochen, was hier auch für Mitarbeiter quasi getan wird und wie breit es auch aufgestellt wird.

00:24:43: Ich möchte mit Ihnen noch mal einen Blick reinwerfen.

00:24:45: Herr Lamintl hat's auch schon angesprochen.

00:24:48: Die Patienten betritt das Dreiland-Klinikum sozusagen?

00:24:51: Was würden Sie sagen oder woran spüre ich als Patient?

00:24:54: oder woher merke ich, hey Mensch also hier ist ein anderes Versorgungskonzept, als ich das vielleicht in anderen Kliniken gewohnt bin?

00:25:06: nämlich die zentrale Nuraufnahme, da wird reagiert.

00:25:09: Also entschieden ist das etwas wo ich tatsächlich ins Krankenhaus muss oder ist es etwas was die Notfallpraxis der Niedergelassen behandeln kann?

00:25:19: Das sind so die größten Fortschritte im Vergleich zu den jetzigen Situationen.

00:25:25: und das andere ist natürlich die bauliche Struktur.

00:25:27: Es ist helles, freundlich und der Patient wird durchs Haus geleitet.

00:25:31: Also das ist, glaube ich, dass wo man daran erkennt, dass es mir ans Anderen Spirit hat.

00:25:36: Eben weil da könnten wir jetzt vermuten, weil's ja auch groß ist, dass ich mich hier vielleicht verirr oder im Irregartenland.

00:25:41: aber auch da haben Sie ein Konzept entwickelt, dass der Patient von Anfang an weiß, wo er sich quasi hin zu bewegen hat und da wurde auch wieder Digitalisierung.

00:25:49: Ja, wir haben heute gehört dass moderne Medizin nicht nur aus Technik bestellt sondern vor allem aus guter Zusammenarbeit.

00:25:55: Definitiv!

00:25:56: Also ich glaube an der Stelle wenn wir jetzt hier von den kurzen Wegen gesprochen haben Wir haben auch vom klaren Abläufen gesprochen.

00:26:01: Sie haben es beschrieben wie die einzelnen Zentren da mehr miteinander eben ineinander greifen und dann auch für Patienten eben den gesamten Behandlungsprozess im Blick behalten.

00:26:10: Ich denke da haben wir ein ganz großes gutes Beispiel heute mit dabei gehabt.

00:26:14: Ja am Beispiel des Zentrums für Bewegungsmedizin wäre deutlich wie das medizinische Konzept des Dreilangs-Klinikums ganz konkret für Patienten und Patientinnen wirkt.

00:26:24: Und natürlich auch für Sie haben wir eine Abschlussfrage mitgebracht, denn ich denke am Ende wird ja immer so die Frage auch für uns alle hier zum Beispiel was wird für mich?

00:26:32: Was wird für meine Familie oder vielleicht auch für die Menschen in der Region vor allen Dingen konkret besser?

00:26:37: deswegen möchte ich natürlich von Ihnen wissen wenn sie jetzt den Gesundheitskampus Lörrach in einem Satz beschreiben müssten warum ist er für die?

00:26:46: Vielleicht fassen wir es so zusammen.

00:26:48: Wir bauen hier nicht ausschließlich ein Gebäude, sondern wir bauen eine Gesundheitsversorgung und einen Versprechen an die Bevölkerung dass wir Spitzenmedizin und Heimat das haben wir im Claim abbilden und zwar wohnortnah.

00:27:04: also dieses Haus wird nicht hier oben auf dem Berg sitzen bleiben, sondern es kommt mit seiner Kompetenz in die Gemeinden holt den Patienten und die Gesundheitsversorgung dort ab, wo die Menschen wohnen.

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